Schleifmittel im Überblick

Welche Schleifmittel gibt es?

Schleifmittel gibt es als :

Diese Schleifmittel bestehen aus einem Schleifmittelträger (unterschiedliche Gewebe), auf dem mit einem Bindemittel die Schleifkörner fixiert wurden.

Es gibt auch andere Schleifmittel, die nicht auf Basis von Schleifkörnern funktionieren. Zu nennen sind hier insbesondere die Pads, die auch für andere Zwecke (Politur, Reinigung) Verwendung finden. Es gibt Maschinenpads und manuell benutzbare Hand-Pads.

Exzenterschleifer mit Schleifscheibe

Ein Exzenterschleifer für Feinarbeiten mit dazugehörigem Schleifmittel: Einer Schleifscheibe auf dem Trägermaterial Papier.

Was sind Schleifmittelträger?

Schleifmittelträger sind

  1. entweder aus Gewebe
  2. oder aus Papier
  3. oder aus einer Kombination aus beidem

a) Gewebe: entweder leicht und sehr elastische Trägermaterialien, oder sehr schwer und fest, aber weniger elastisch . Gewebebänder werden wegen ihrer flexiblen, aber auch reißfesten Eigenschaften universell eingesetzt.

b) Papierträger: Es gibt sechs Papiersorten, nach Gewicht unterschieden. Je leichter, desto weniger fest, je schwerer, desto weniger elastisch. Wegen ihrer guten Wärmeleitung werden Papierschleifbänder vor allem bei der Holzbearbeitung eingesetzt. Die Gefahr des Einbrennens der Schleifspur ist wegen der guten Wärmeleitung geringer.

c) Kombinationsträger: Wie schon der Name sagt, werden dabei die jeweils guten Eigenschaften von Gewebe-und Papierträgern miteinander kombiniert.

Schleifhülse Schleifmaschine Lägler Elf

Das Schleifmittel der Walzenschleifmaschine „Elf“ von Lägler ist eine Schleifhülse, die als Trägermaterial auf robustes Gewebe setzt.

Wie werden Schleifpapiere/Schleifbänder hergestellt?

Als Schleifmittel werden entweder Elektrokorund oder Siliciumcarbid auf den Schleifmittelträgern mit Bindern fixiert. Es gibt zwei Binderschichten:

  1. Grundbinder: Er verankert das Korn auf dem Träger
  2. Deckbinder: Er verbindet die Schleifkörner miteinander und gibt ihnen Halt.

Wie kommen die Schleifkörner auf den Grundbinder?

Der Grundbinder wird auf das Trägermaterial in flüssiger Form aufgetragen und zwar so, dass der Grundbinder mit der Fläche nach unten zeigt. Das Schleifkorn liegt auf einem Streutuch darunter.
Nun wird das Streutuch in ein elektrostatisches Spannungsfeld geführt. Die Schleifkörner sind negativ geladen, der Grundbinder dagegen positiv. Die negativen Schleifkörner springen zu den positiven Trägern und kleben damit im Binder fest.

Aus welchem Material sind die Schleifkörner?

Schleifkörnern sind aus:

  • Siliciumcarbid (spröde)
  • Aluminiumoxid (zäh)
  • natürliche Schleifmittel wie z.B. Edelsteine

Siliciumcarbid
oder Carborundum wird im elektrischen Widerstandsofen aus Petrolkoks und Quarzsand hergestellt. Die dabei entstehenden großen Stücke werden anschließend mechanisch zerkleinert, gesäubert und so gesiebt, dass eine Standardkörnung entsteht.
Siliciumcarbid ist spröde und fast so hart wie Diamant und hat eine spanabhebende Wirkung. Deshalb wird es vor allem für den Grobschliff alter Holzfußböden verwendet.


Aluminiumoxid

Aluminiumoxid ist Elektrokorund und besteht aus Bauxit und kalzinierter Tonerde, die in einem elektrischen Lichtbogen verschmolzen werden. Diese Schmelze erstarrt zu Blöcken, die dann auf Schleifmittelkorngröße gemahlen werden. Je höher der Anteil an Aluminiumoxid, desto höherwertig ist dieser Elektrokorund.

Alle Schleifkörner sind ein Gemenge aus Aluminiumoxid und unterschiedlich geringen Zusätzen wie Silizium oder Zirkon.
Schleifkörner werden nach Härte und Zähigkeit beurteilt.

Je höher der Anteil an Siliciumcarbid im Schleifmittel ist, desto härter ist es. Je höher der Anteil an Zirkonkorund, desto zäher ist es. Beim Schleifen von Holz ist die Zähigkeit es Kornes der wichtigere Faktor, weshalb Zirkonkorund das für Holz geeignete Schleifmittel darstellt.

Welche Schleifkorngrößen gibt es?

Die Korngröße wird durch die Körnungsbezeichnung bestimmt. Nach europäischen Normen standardisierte Körnungen werden durch den Buchstaben P gekennzeichnet. Andere Buchstaben wie z.B. K gewährleisten nicht eine der Norm entsprechende Korngrößenverteilung.
Prinzipiell unterscheidet man Makrokörnungen (12 -220) und Mikrokörnung (240 -2500).
Für den Fußbodenschliff werden Körnungen von 12 – 120 eingesetzt.

Egalisierungsschliff: 12 – 16
Grobschliff: 24 – 40
Mittelschliff: 50 – 80
Feinschliff: 100 – 120

Schleifhülse Schleifmittel Korn 60

Schleifmittel mit 60er Körnung auf Gewebeband für die Walzenschleifmaschine Elf.

Welche Streuungen unterscheidet man?

Man unterscheidet zwischen

  1. dichter Streuung
  2. offener Streuung

Bei der dichten Streuung ist der Schleifmittelträger fast vollständig mit Schleifkörnern bedeckt, sodass man kaum noch die Unterlage sieht.

Bei der offenen Streuung ist der Schleifmittelträger nur zu 50 – 70% mit Schleifkörnern bedeckt. Diese Streuung ist für die Sanierung gewachster, geölter oder farbbehandelter Holzflächen geeignet. Die abgeschliffenen Reste werden von den Zwischenräumen aufgenommen : das Schleifmittel setzt sich nicht so schnell zu und hat von daher eine höhere Standfestigkeit.

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